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Dr. phil. H. Elisabeth Philipp-Metzen

Dr. phil. H. Elisabeth Philipp-Metzen

Heike Elisabeth Philipp-Metzen, 56 Jahre, verheiratet, zwei Kinder.

Meine berufliche Tätigkeit begann ich 1994 als Sozialpädagogin in der stationären Altenhilfe. Dort war einer meiner Schwerpunkte der Aufbau von Betreuung und Aktivitäten für Menschen mit Demenz. Wir fuhren z. B. mit schwer demenzkranken Menschen in den Urlaub, was seinerzeit nicht üblich war und was schon damals Potenziale von Inklusion aufgezeigt hat.

Zur Selbsthilfe kam ich durch die Alzheimer Gesellschaft Münster im Jahre 2001, bald wurde ich dort 2. Vorsitzende. Die Keimzelle der Alzheimer Gesellschaft, die Angehörigengruppe, habe ich viele Jahre lang ehrenamtlich begleitet. Dabei ist mir ein Satz von neuen Gruppenteilnehmer*innen besonders im Gedächtnis: „Ach, wäre ich doch schon vor Jahren gekommen!“

Mittlerweile erwarb ich den Abschluss der Gerontologie, Alternswissenschaft. Hier habe ich mit dem Thema „Ältere Autofahrende“ Neuland betreten. Solange es mir zeitlich möglich war, habe ich für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat dazu ehrenamtlich Schulungen durchgeführt, auf zunehmende Nachfrage auch das Thema „Autofahren und Demenz“ bearbeitet.

Beruflich verlagerte ich meinen Schwerpunkt auf die Projektarbeit. Hier ging es beispielsweise um Pflegeberatung und Schulungen zum Einsatz von freiwillig Engagierten im Kontext von Demenz, im Jahr 2002 noch ein Aufreger für viele. Wir wurden regelrecht beschimpft. Heute ist dies ein bundesweit verbreitetes Standardangebot.

Im Angehörigengesprächskreis der Alzheimer Gesellschaft Münster war immer wieder von den Kindern und Jugendlichen in den Familien die Rede. Ich fing an, mich mit ihrer Situation zu beschäftigen und fand in Deutschland dazu keine Forschungsergebnisse. Nun war ich neugierig geworden und überlegte, selber zu forschen. Durch ein Promotionsstipendium bei der Heinrich-Böll-Stiftung kam es zu einer Promotion zum Thema der Enkelkinder in Pflegesettings bei Demenz.

Zu den weiteren Projekten gehören beispielsweise das Thema der Gewaltprävention in der Pflege an der Universität zu Köln und „FrühLInk“, wo wir Selbsthilfe- und Inklusionspotenziale bei jüngeren Menschen mit Demenz erforscht haben, von denen viele zur Zeit der Diagnosestellung noch berufstätig sind. In der Zwischenzeit bin ich Lehrbeauftragte an der FH Münster und selber pflegende Angehörige geworden, durch die langjährige Parkinson Erkrankung meines Vaters und seiner sehr aufwendigen Pflege zu Hause. Auch wurde ich Vorstandsmitglied beim Landesverband Alzheimer Gesellschaften NRW.

Zurzeit geht es mir beruflich abermals um Neuland in der Selbsthilfe bei Pflegebedürftigkeit und Demenz. Das Projekt InSel (Internet-Video-Selbsthilfegruppe) bietet eine neue Angebotsform, und im Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe trage ich dazu bei, neue Strukturen in NRW aufzubauen (beides in Trägerschaft des Landesverbands Alzheimer Gesellschaften NRW).

Bei uns in der LAG Selbsthilfe NRW erlebe ich eine konsequente Fürsprache für chronisch kranke und behinderte Menschen. Dies gilt auch dann, wenn Themen noch neu sind und es Überzeugungsarbeit braucht. Betroffene und Angehörige werden nicht allein gelassen.

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