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So kann die Zusammenarbeit zwischen Behindertenbeiräten und Kommunen gelingen

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So kann die Zusammenarbeit zwischen Behindertenbeiräten und Kommunen gelingen

Dieses Interview erscheint im Rahmen der Kampagne „#DeinRatZaehlt!“ und wurde vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben Münster geführt.

Virginia Grossek und Daria Frank arbeiten für die Agentur Barrierefrei NRW, ein vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen finanziertes Projekt, in Trägerschaft der Evangelischen Stiftung Volmarstein. „Wir beraten die öffentliche Hand sowie die Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen zur Umsetzung der Barrierefreiheit in verschiedenen Bereichen:“, sagt Virginia Grossek, die seit über drei Jahren für das Projekt arbeitet.

Barrierefreiheit fördern

Öffentlich zugängliche Gebäude, Mobilität, barrierefreie Dokumente, Leichte Sprache und technische Hilfen sind die Themen, mit denen sich die Mitarbeiter*innen der Agentur Barrierefrei NRW auseinandersetzen. Auch zu assistiven Technologien beraten sie: „Dafür haben wir eine Demonstrationswohnung, in der verschiedenste Assistenzsysteme ausprobiert werden können“, so Grossek.

Was hat die Agentur Barrierefrei mit der politischen Mitbestimmung von Menschen mit Behinderungen zu tun?

Eine Aufgabe der Agentur Barrierefrei NRW ist es, Ehrenamtliche und kommunale Mitarbeiter*innen miteinander zu vernetzen. „Wir bieten Schulungen an, um den Austausch zwischen Behindertenbeirat und Kommune zu fördern“, sagt Daria Frank, die Rehabilitationspädagogik studiert hat.

Bei welchen Themen müssen Menschen mit Behinderungen beteiligt werden?

Bei einem Umbau oder Neubau von öffentlichen Gebäuden, wie zum Beispiel Rathäusern oder bei der Verteilung von bestimmten Fördergeldern haben die Interessenvertretungen der  Menschen mit Behinderungen ein Recht zur Abgabe einer Stellungnahme. Bei der Planung des öffentlichen Personennahverkehrs müssen sie ebenfalls mit einbezogen werden. Das sind aber nur Beispiele. Grundsätzlich sollten Menschen mit Behinderungen in alle politischen Entscheidungen, die die jeweilige Kommune betreffen, miteinbezogen werden. Dabei ist die Schaffung von mehr Barrierefreiheit nur ein Bereich von vielen.

Warum ist Ihnen die Mitbestimmung von Menschen mit Behinderungen so wichtig?

Menschen mit Behinderungen und Interessenvertretungen sind Expert*innen in eigener Sache, weshalb sie in die Entscheidungen der Kommunen mit einbezogen werden sollten. Gesetzlich sind Kommunen verpflichtet, Teilhabe und Mitbestimmung zu ermöglichen und einen Rahmen dafür zu schaffen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Akzeptanz bei Betroffenen für Maßnahmen zur Barrierefreiheit höher ist, wenn Menschen mit Behinderungen an den Planungen beteiligt wurden.

Welche Schulungen bieten sie an?

Neben anderen Angeboten bieten wir mit der sogenannten Bestandsaufnahme NRW ein Schulungsangebot für Ehrenamtliche und Mitarbeiter*innen aus den Kommunen an. Wir schulen darin, öffentlich zugängliche Gebäude hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit zu prüfen. Dabei werden Fragen wie „Ist das Gebäude für Rollstuhlfahrer*innen zugänglich?“ oder „Gibt es eine Induktionsanlage für Menschen mit Höreinschränkungen?“ beantwortet.

Studierende der Uni Siegen bei einer Schulung der Agentur Barrierefrei NRW
Studierende der Universität Siegen führen eine Messübung bei einer Schulung der Agentur Barrierefrei NRW durch

 

Gibt es ein positives Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Behindertenbeirat?

Als sehr positiv haben wir die Zusammenarbeit des Hochsauerlandkreises und der Behinderteninteressenvertretung (BIV) empfunden. Menschen mit Behinderungen werden aktiv in die Abstimmunsgprozesse des Kreises einbezogen und auch Mitarbeitende des Kreises sind in der BIV vernetzt und unterstützen beispielsweise bei der Erhebung von gebäuden im Rahmen der Bestandsaufnahme NRW.

Weitere Informationen über die Agentur Barrierefrei NRW und die Ansprechpartner*innen vor Ort finden Sie hier: https://www.ab-nrw.de/

 

Text: Dein Rat zählt auf Instagram. Abgebildet ist zudem das Instagram Logo mit einem Kamera-Icon.

Es steht geschrieben: #DeinRatzaehlt auf Instagram

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