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Warum das Ehrenamt als sachkundiger Einwohner, den Horizont erweitert und Glücksgefühle schafft

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Warum das Ehrenamt als sachkundiger Einwohner, den Horizont erweitert und Glücksgefühle schafft

Im Rahmen des Schwerpunkt-Themas „Beiräte für Menschen mit Behinderungen und weitere Interessenvertretungen“ ist das DeinRatZählt-Team mit Frank Feles, der sachkundiger Einwohner in den Ausschüssen Klima, Umwelt und Grün der Stadt Köln, sowie stellvertretender sachkundiger Einwohner im Ausschuss Soziales, Seniorinnen und Senioren ist, ins Gespräch gekommen. In diesen Ausschüssen setzt er sich ehrenamtlich für die Belange behinderter Bürger*innen ein. Weitere Beiträge zum Thema Interessenvertretungen finden Sie auf unseren Seiten auf den Plattformen Facebook und Instagram. Wie sachkundige Einwohner*innen gewählt werden können und wie diese Aufgabe rechtlich geregelt ist, erfahren Sie hier.

 

Warum engagieren Sie sich in der Behindertenpolitik?

Vor allem aus persönlicher Betroffenheit. Ich selber habe eine Schwerbehinderung und auch einer meiner Söhne hat eine Schwerbehinderung.

 

Wie sind sie auf die Möglichkeit, sich als sachkundiger Einwohner zu engagieren, aufmerksam geworden?

Ich hatte schon länger überlegt, mich behindertenpolitisch zu engagieren und auf der Homepage des Behindertenbeauftragten bin ich auf diese Möglichkeit gestoßen. Dort gab es auch Informationen zum Arbeitskreis „barrierefreies Köln“. Dort hat auch mein Engagement begonnen. Das war ein guter Ort, um zu lernen. Später ergab sich dann die Gelegenheit eine Kollegin aus dem Arbeitskreis als sachkundiger Einwohner zu „beerben“.

 

Wie läuft der Prozess dann ab? Muss man sich bewerben?

Ja genau. Ich habe mich relativ formlos per E-Mail bei der Stadt beworben. Der nächste Schritt war ein Gespräch mit dem Wahlausschuss. Das ist wohl ganz gut gelaufen, denn ich wurde vorgeschlagen und vom Rat gewählt.

 

Wie sieht die Tätigkeit in den Ausschüssen genau aus?

Sachkundige Einwohner*innen haben kein Stimmrecht. Nichtsdestotrotz können wir die Sichtweise der Menschen mit Behinderungen mit einbringen. Wir sind in beratender Funktion tätig, können nachfragen und Anträge stellen. Auch sind wir keine Einzelkämpfer*innen. Die sachkundigen Einwohner*innen der verschiedenen Ausschüsse tauschen sich untereinander aus. Außerdem nehmen wir an den vor- und nachbereitenden Sitzungen der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik teil. Dadurch sind wir bestens vernetzt und gut über aktuelle Belange und Entwicklungen informiert. So können wir unsere Themen breit streuen. Der Austausch ist hier sehr wichtig, mal eine andere Meinung einholen oder nach Rat fragen. Wir verstehen uns als Team.

 

Wie wichtig ist die Vernetzung darüber hinaus?

Sehr wichtig. Da wir den Job ja nicht hauptberuflich machen, sind Kontakte zu anderen Experten sehr hilfreich, wie in meinem Fall z.B. die Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik, der Arbeitskreis „barrierefreies Köln“, das ZsL oder das KSL Köln. So entsteht mit der Zeit ein regelrechtes Geflecht, in das man Informationen und Unterstützung einbringt, aber aus dem man genauso Unterstützung und Expert*innenwissen herausziehen kann.

 

Wenn man so eine ehrenamtliche Tätigkeit gewissenhaft ausführen will, kostet das immer Zeit und Energie. Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Ich engagiere mich schon seit meinem 14. Lebensjahr ehrenamtlich. Damals hatte ich noch keine Schwerbehinderung und war im Bereich Jugendarbeit aktiv. Seitdem gehört ehrenamtliches Engagement einfach zu meinem Leben dazu. Ich wollte immer etwas für andere Menschen erreichen, sie unterstützen oder befähigen. Neben meinen persönlichen Zielen war mir der Fortschritt der Gruppe immer wichtig. Das Gefühl gemeinsam etwas zu bewegen, aber auch persönlich seinen Teil dazu beigetragen zu haben. Durch meine eigene Betroffenheit hat sich der Fokus dann auf Menschen mit Behinderungen gerichtet. Zuerst war ich überwiegend mit meiner eigenen Situation beschäftigt. Viele Menschen haben mich in dieser Zeit geholfen und ich wollte das zurückgeben – mein Wissen teilen, mich einsetzen, auf Augenhöhe unterstützen.

 

Wenn Sie mich mit drei Punkten für eine Tätigkeit als sachkundiger Einwohner überzeugen müsstest, welche wären das?

Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich und bietet viele interessante Themenbereiche. Man kommt mit vielen engagierten Menschen in Kontakt. Das erweitert den Horizont. Und das Glücksgefühl über die großen und kleinen Erfolge. Ein paar Tipps gibt es direkt noch dazu: Keine Angst vor der neuen Aufgabe! Gerade am Anfang ist es wichtig auf Leute zuzugehen, um sich zu vernetzen und von deren Erfahrung zu profitieren. Lassen sie sich nicht abschrecken, denn es ist noch kein*e Meister*in vom Himmel gefallen. Fragen stellen zeugt nicht von Unwissenheit, sondern von Neugier und Engagement. Einfach machen!

 

Das DeinRatZählt-Team bedankt sich für das Gespräch!

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