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Anerkennung von Inklusion und Partizipation als Querschnittsanliegen

Die Umsetzung von Inklusion ist eine Aufgabe nicht nur für wenige spezielle Fachbereiche wie Bau, Soziales oder Schule. Anders ausgedrückt: Behinderungen bestehen nicht nur in diesen Kontexten. Inklusion als Querschnittsthema berührt somit alle Lebensbereiche und alle Lebensbereiche sollten auch aus der behindertenpolitischen Perspektive betrachtet werden. Arbeit, Familienplanung, Freizeit und Kultur, der Abbau von Stereotypen und Vorurteilen oder ganz konkret: Ein unlesbarer Abfallkalender, ein mangelhaftes Notruf- System, fehlende oder zu barrierebehaftete Kulturangebote – all dies sind Beispiele für Themen, die behindertenpolitische Relevanz besitzen. In allen Angelegenheiten, die sowohl das eigene Leben als auch das Leben aller betreffen können, ist die Partizipation, also die Mitbestimmung, wichtig.

„(1) Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die volle Verwirklichung aller Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle Menschen mit Behinderungen ohne jede Diskriminierung aufgrund von Behinderung zu gewährleisten und zu fördern. Zu diesem Zweck verpflichten sich die Vertragsstaaten, […]

c) den Schutz und die Förderung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen in allen politischen Konzepten und allen Programmen zu berücksichtigen; […].“

UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 4

Spätestens seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich das Verständnis von Behinderung maßgeblich verändert. Der vollzogene Perspektivwechsel lässt sich prägnant mit folgenden Worten zusammenfassen: Man ist nicht behindert, man wird behindert. In der Definition der UN-BRK heißt es hierzu in Artikel 1:

„Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristig körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.“

Aus dem Perspektivwechsel und dem Behinderungsbegriff der UN-BRK resultiert ein wesentlicher und neuer gesamtgesellschaftlicher Auftrag: Nicht die Einzelperson mit Beeinträchtigung muss sich anpassen, um Barrieren zu überwinden. Umwelt- oder einstellungs- bedingte Barrieren müssen systematisch abgebaut oder bei zukünftigen Planungen von vornherein vermieden werden, um eine vollumfängliche Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen. Auch das Land NRW nimmt diesen Ansatz mit seinem Aktionsplan ernst:

„[…]die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung systematisch und verbindlich auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen. Dieses „Disability Mainstreaming“ vereint die Aspekte Chancengleichheit, Recht auf Teilhabe und Schutz vor Diskriminierung. Auch fordert es die Identifizierung von benachteiligenden und ausschließenden Prozessen und den Abbau dieser Teilhabebarrieren. Disability Mainstreaming ist gleichsam Strategie, Instrument und Querschnittsziel.“1

Mehr zu diesem Thema finden Sie im Aktionsplan NRW inklusiv 2022 der Landesregierung ab S. 24. Zu finden auch online auf dieser Seite.

 

1 Aktionsplan NRW inklusiv 2022. Beiträge der Landesregierung zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen, S. 20.

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