Schriftgröße:
Farbkontrast:
zur Übersicht

Selbstvertretung

Partizipation gelingt nur, wenn Menschen aktiv teilhaben und sich auch als Expert*innen in eigener Sache einbringen können. Deshalb müssen die Strukturen, die dies ermöglichen, gemeinsam im Austausch über die unterschiedlichen Bedürfnisse und Perspektiven erarbeitet werden. Menschen mit Behinderungen sollten sich in ihrer Rolle als Selbstvertreter*innen, in ihrem politischen Handeln, in ihrer Mitbestimmung und ihren Interessen stark fühlen. Dies gelingt durch eine entsprechende Vorbereitung auf die Rolle und Aufgabe und durch eine entsprechend entgegenkommende Haltung und Struktur.

„Die Vertragsstaaten garantieren Menschen mit Behinderungen die politischen Rechte sowie die Möglichkeit, diese gleichberechtigt mit anderen zu genießen, und verpflichten sich, b) aktiv ein Umfeld zu fördern, in dem Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen wirksam und umfassend an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten mitwirken können, und ihre Mitwirkung an den öffentlichen Angelegenheiten zu begünstigen, unter anderem i) die Mitarbeit in nichtstaatlichen Organisationen und Vereinigungen, die sich mit dem öffentlichen und politischen Leben ihres Landes befassen, und an den Tätigkeiten und der Verwaltung politischer Parteien; ii) die Bildung von Organisationen von Menschen mit Behinderungen, die sie auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene vertreten, und den Beitritt zu solchen Organisationen.“

UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 29

Die organisierte Selbsthilfe als Ausgangspunkt für die politische Selbstvertretung

Um ein Selbstvertretungsgremium wie einen Beirat innerhalb der Kommunalpolitik zu etablieren, braucht es engagierte Menschen mit Behinderungen vor Ort, die mitarbeiten und ihre Bedarfe äußern. Gibt es vor Ort bereits eine Vernetzung von Selbsthilfegruppen und -vereinen in Form eines Selbsthilfe-Zusammenschlusses, ist die Rückkoppelung zur „Basis“ und damit die Legitimation des Interessenvertretungsgremiums erleichtert. Die Rolle des Selbsthilfe-Zusammenschlusses im Bereich der politischen Vertretungsarbeit kann es sein, die Arbeit des Selbstvertretungsgremiums zu begleiten und inhaltliche Impulse zu setzen. Auch Vertreter*innen können in den Beirat entsendet werden. Im Vergleich zum Selbstvertretungsgremium (Beirat o.ä.) ist der Selbsthilfe-Zusammenschluss in der Regel weniger formalisiert. Die Beteiligung im Selbsthilfekontext bietet einen geschützteren Rahmen und damit auch eine niedrigschwellige Zugangsmöglichkeit zu einem politischen Engagement.

Über den Selbsthilfe-Zusammenschluss können Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen erreicht und zur Mitarbeit ermutigt werden. Damit wird eine auf Diversität basierende Gremienarbeit gefördert.

Neben dem Selbsthilfe-Zusammenschluss können auch politisch aktive Einzelpersonen und einzelne Selbsthilfegruppen Impulse liefern und die Gremienarbeit gestalten.

Die Selbsthilfe ist das wichtigste Element der politischen Selbstvertretung. Ihre Organisation und Vernetzung sollte deshalb gefördert und unterstützt werden.

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutz-Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen