Projekt „SelbsthilfeHelden – Selbsthilfe trifft junge Leute“ ermutigt junge Menschen, ihre eigenen Heldinnen und Helden zu sein

Hier wird in Kürze ein Alternativtext ergänzt.
14.02.2024

Im Schatten der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit finden bestimmte Themen oft wenig Raum. Selbsthilfe ist eines davon. Das Projekt „SelbsthilfeHelden – Selbsthilfe trifft junge Leute“, möchte genau das ändern. Es zielt mithilfe von modernen Ansätzen darauf ab, dem Thema Selbsthilfe mehr Raum zu geben und den Austausch zwischen jungen Menschen mit und ohne chronische Erkrankungen und/oder Behinderungen zu stärken und zu fördern.

Beginn einer Mission von Held*innen

Das zweijährige Projekt wird von der LAG SELBSTHILFE NRW* in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Junge Selbsthilfe NRW* geführt. Seit der Initiierung des Projekts 2023 hat sich viel getan. Ein Konzept wurde erstellt, Moderatorinnen und Moderatoren gewonnen, Bildungseinrichtungen kontaktiert und die ersten Zoom-Meetings haben bereits stattgefunden.

Die ersten zufriedenen Teilnehmer*innen und die Betreuerinnen eines Projekttages in Borken zusammen mit Faiza Möwes und Malou Roy. Foto: Selbstauslöser / Borken

Faiza Möwes, die Projektleiterin, betont die zahlreichen positiven Rückmeldungen, die sie erhalten haben, und die Motivation, weiterhin für junge Menschen mit Beeinträchtigungen und anderen Herausforderungen im Alltag einzutreten.

Die positive Macht der Selbsthilfe

Das Projekt „SelbsthilfeHelden – Selbsthilfe trifft junge Leute“ entstand aus der Realität und Erfahrungen genau dieser jungen Menschen. Denn sie stehen ständig neuen Herausforderungen im Alltag gegenüber und die Diskrepanz zwischen dem, was sie tun müssen, und dem, was sie nicht können, wird immer intensiver. In dieser Lage bietet die Selbsthilfe ihnen Support, der oft übersehen wird. 

Die Möglichkeit, junge Menschen mit ähnlichen Diagnosen, chronischen Erkrankungen und/oder Behinderungen zu treffen und sich über Erfahrungen auszutauschen, ist für viele Betroffene hilfreich. Selbsthilfe stärkt, fördert Selbstständigkeit und bereichert das Leben. Durch den Austausch erhalten Betroffene Respekt, Rückhalt, Sicherheit und Vertrauen und erkennen, dass sie nicht allein sind.

Wie es um Barrierefreiheit und Inklusion in Deutschland steht, lernen die Teilnehmer*innen in Bildungseinrichtungen spielerisch zum Beispiel anhand von einem Quiz mit Buzzern. Foto: Faiza Möwes / Lippstadt

Genau darauf legt das Projekt seinen Fokus, es vermittelt ein zeitgemäßes Bild von Selbsthilfe, das sich von dem verstaubten Image eines Stuhlkreises, in denen nur Probleme diskutiert werden, abhebt. Stattdessen setzt es auf moderne Ansätze, die auf Freizeit-Aktivität, Vernetzung, Digitalen-Meetings und Präsenz in den sozialen Medien basieren.

Inhalt und Vermittlung des Projekts

Das Projektteam hat eine klare Vision: Sie möchten im direkten Kontakt von und mit jungen Menschen, Barrieren abbauen und Bewusstsein schaffen. Durch einen konzipierten Projektparcours werden junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen auf Augenhöhe zusammengebracht. Der Parcours umfasst Stationen zu den Themen Vielfalt, Leben mit und ohne Einschränkung, junge Selbsthilfe und Inklusion. Als Thementag wird der Parcours an verschiedenen Bildungseinrichtungen in NRW angeboten und von den gesetzlichen Krankenkassenverbänden NRW unterstützt.

Mithilfe kreativer Stationen werden Vorurteile abgebaut und Gespräche auf Augenhöhe geführt. Foto: Faiza Möwes / Borken

Das Projekt ist niedrigschwellig angelegt, mit Alltagsbezug und wird mit der Methode des Peer-Ansatzes von Expertinnen und Experten in eigener Sache moderiert. Dieser Ansatz basiert darauf, dass Wissensvermittlung besonders effektiv ist, wenn sie von Personen in ähnlichen Lebenskontexten erfolgt. In diesem Fall werden die verschiedenen Stationen von Betroffenen betreut, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen und auf Fragen eingehen.

Vielfalt als Stärke der Gesellschaft

Das Hauptziel des Projekts ist es, Jugendliche und junge Erwachsene für die Themen Behinderung und chronische Erkrankungen zu sensibilisieren und Barrieren abzubauen. Durch den Parcours lernen die Teilnehmenden, junge Menschen mit einer chronischen Erkrankung und/oder Behinderung kennen und erhalten grundlegende Informationen zu Selbsthilfearbeit und Inklusion. Das Verständnis für Vielfalt wird gefördert und Vorurteile werden aufgezeigt und hinterfragt. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse in den eigenen Alltag zu integrieren und einen Theorie-Praxis-Transfer zu ermöglichen.

„In unserer Gesellschaft lastet ein unglaublicher Druck auf vielen jungen Menschen, einer vorgegebenen Norm zu entsprechen. Wir neigen dazu, anderen gefallen zu wollen oder sie zu kopieren, die wiederum auch nur jemand anderem gefallen oder kopieren wollen. Doch wer bestimmt, was die Norm ist? Warum lassen wir zu, dass andere über uns urteilen und uns formen? Diese Fragen sind von entscheidender Bedeutung, denn es geht um unser eigenes Leben und unsere Freiheit, es selbstbestimmt zu führen. Es ist an der Zeit, die Vorstellung von Normalität zu hinterfragen und stattdessen die Vielfalt und Einzigartigkeit jedes Einzelnen zu respektieren, zu akzeptieren und zu fördern. Denn es ist unsere Individualität, die uns auszeichnet und uns stark macht. Wir sollten uns mehr darauf fokussieren, was wir können, und nicht nur darauf schauen, was nicht mehr funktioniert. Lasst uns gemeinsam die Herausforderungen des Lebens meistern und unsere eigenen Heldinnen und Helden werden. Denn in unserer Vielfalt liegt unsere wahre Stärke!“

Die Worte von Projektleiterin Faiza Möwes finden ihren Widerhall in der Jungen Selbsthilfe, die genau diesen Ansatz verfolgt. Hier werden junge Menschen ermutigt, ihre einzigartigen Wege zu gehen und ihr Leben selbstbestimmt zu führen. Es ist eine Botschaft der Selbstbestimmung, Bedürfnisorientierung und Stärkung, die junge Menschen dazu ermutigt, ihre Träume zu verfolgen und ihre eigenen Wege zu gehen.

Die jungen Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit am Ende des Parcours ein Foto zu machen und dieses anschließend mitzunehmen. Foto: Faiza Möwes / Münster

„SelbsthilfeHelden – Selbsthilfe trifft junge Leute“ trägt diese Botschaft als wegweisendes Projekt in die Gesellschaft, es ermutigt junge Menschen dazu, ihre eigenen Heldinnen und Helden des Alltags zu sein, und sich gegenseitig zu unterstützen und zu stärken.

Werden Sie Teil des Projekts „SelbsthilfeHelden – Selbsthilfe trifft junge Leute“

Sie sind eine Bildungseinrichtung oder kennen eine, die Interesse an unserem Projekt hat? Oder haben Sie Fragen dazu? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! Wir suchen noch weitere Bildungseinrichtungen in NRW, die Interesse daran haben, junge Menschen für die Themen Selbsthilfe, Inklusion und Vielfalt zu sensibilisieren. Egal ob Uni, weiterführende Schule, Pflegeschulen oder andere Bildungseinrichtung – wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Teilnahme.

Du bist selbst betroffen und möchtest die Heldin oder den Helden in dir wecken? Dann komm mit auf die Mission. Wir sind ebenso auch auf der Suche nach Moderatorinnen und Moderatoren, die unser Team verstärken möchten. Reisekosten, Assistenzbedarf und ein Honorar für Euch werden von uns übernommen.

Für weitere Informationen steht die Projektleiterin Faiza Möwes telefonisch unter +49 176 40 53 91 01 zur Verfügung. Fragen zum Projekt können auch per E-Mail an selbsthilfehelden@lag-selbsthilfe-nrw.de gesendet werden. Auf unserer Projektwebsite junge-selbsthilfe.lag-selbsthilfe-nrw.de gibt es Updates und weitere Informationen genau wie auf unserem Instagram-Kanal @jungeselbsthilfenrw.

Gemeinsam können wir einen positiven Beitrag für eine inklusive Gesellschaft leisten und dazu beitragen, junge Menschen zu stärken und zu ermutigen!

Die Kooperationsheldinnen des Projekts *

Die LAG SELBSTHILFE NRW (Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen Nordrhein-Westfalen) ist ein Zusammenschluss von Selbsthilfeorganisationen in Nordrhein-Westfalen, die sich für die Rechte und Belange von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sowie ihren Angehörigen einsetzen. Sie agiert als Interessenvertretung und Sprachrohr für diese Gruppen gegenüber Politik, Gesetzgebung, Verwaltung und der breiten Öffentlichkeit.

Die Junge Selbsthilfe NRW ist ein Netzwerk von Selbsthilfeaktiven aus verschiedenen Gruppen, Organisationen und Verbänden, das sich seit 2019 organisiert. Sie bieten Selbsthilfeangebote für Menschen zwischen 18 und 35+ Jahren an mit dem Ziel, Hindernisse zwischen jungen Menschen und der Selbsthilfe zu beseitigen, ein modernes Gesicht der Selbsthilfe zu präsentieren und durch Aufklärung zu Themen wie politischer Partizipation, Inklusion und Teilhabe für Entstigmatisierung zu sorgen. Die Junge Selbsthilfe ist regelmäßig bei Veranstaltungen, Projekten und Treffen präsent, um den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Kooperationen zu fördern.

Die gesetzlichen Krankenkassenverbände in NRW unterstützen seit Jahren die Selbsthilfegruppen, -verbände und -kontaktstellen. Diese ehrenamtliche Arbeit wird als wichtige Ergänzung zu professionellen Gesundheitsangeboten betrachtet und daher finanziell gefördert.