KSL-Beitrag zur Gesundheitsversorgung von neurodivergenten Menschen

Eingerahmt in das KSL-Design aus grünen und lilafarbenen Kacheln lächelt eine Frau mit kurzen, blonden Haaren in die Kamera. Sie trägt eine runde, getönte Brille und einen braunen Strickpullover. Daneben stehen der Titel „Fensterblick Arnsberg“.
01.07.2026

Als Projektmitarbeiterin beim KSL.Arnsberg setzt sich Milena Wolf (Foto) unter anderem für die Interessen von neurodivergenten Menschen ein, deren Gehirn Informationen anders verarbeitet, als das bei der Mehrheit der Bevölkerung der Fall ist. In einem Beitrag für den „Fensterblick“ unter www.ksl-nrw.de/de/blog geht die Expertin unter anderem auf Barrieren ein, die den Zugang von Betroffenen zum Gesundheitssystem erschweren.

So vermeiden Patient*innen mit Autismus, Trisomie 21 oder Legasthenie beispielsweise aufgrund von Reizüberflutung und Kommunikationshürden den Besuch bei Allgemein- und Fachärzt*innen. Gerade bei der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung gibt es gravierende Mängel – obwohl Depressionen oder Zwangsstörungen in dieser Personengruppe besonders häufig vorkommen. Zudem erhalten Erwachsene durch lange Wartezeiten teilweise erst nach mehreren Jahren eine Diagnose, die Voraussetzung für den Bezug der Eingliederungshilfe und anderer Unterstützungsleistungen ist.

Um angesichts der deutlich erhöhten Suizidgefahr wirksame Verbesserungen voranzubringen und die Sichtbarkeit der Erkrankten zu stärken, hat sich 2025 die Arbeitsgruppe „Neurodivergenz und neurologische Vielfalt“ beim Nationalen Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) gegründet. Wer Interesse hat, sich am Aufbau eines breiten Netzwerks mit engagierten Mitstreiter*innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu beteiligen, kann sich gerne per E-Mail an neurodivergenz@naspro.de wenden.

Andrea Temminghoff